Open Port Preis für Junge Regie und Dramaturgie 2026

Die Bewerbungsphase ist beendet. Wir danken allen, die sich beworben haben, und freuen uns auf die Auswahl.

Die Zukunft des Digitalen ist analog

Das von der Deutsche Akademie der Darstellenden Künste ausgerichtete PAD-Festival (Performing Arts & Digitalität) ist das wichtigste deutschsprachige Festival für die neuen, faszinierenden Möglichkeiten des künstlerischen Ausdrucks im Zeitalter der Digitalität.

Es beschäftigt sich mit den grundlegenden Herausforderungen, vor die die Digitalisierung aller Lebensbereiche die Darstellenden Künste stellt und präsentiert Projekte an der Schnittstelle zwischen Theater, Oper, Tanz, akustischer Kunst, Film und Digitalität. Vielfach mit Preisen ausgezeichnete Produktionen nationaler und internationaler Künstler*innen, bei denen performative und digitale Elemente zu vollkommen neuen theatralen Formaten verschmelzen, werden begleitet von einer Fachkonferenz, die Theaterschaffenden eine Plattform bietet, Wissen und Erfahrungen auszutauschen und die Bedeutung digitaler Entwicklungen zu diskutieren.

Für die vierte Ausgabe des Festivals PAD 04 vom 22. bis 25. Oktober 2026 hat die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste zusammen mit der Akademie für Theater und Digitalität den OPEN PORT-Preis für junge Regie und Dramaturgie ausgeschrieben. Bewerben konnten sich Kollektive und Regie- & Dramaturgiestudierende sowie Berufsanfänger*innen (max. 2-3 professionelle Vorarbeiten), die sich in ihren Arbeiten mit dem Theaterschaffen im Zeitalter der Digitalität auseinandersetzen. Ein besonderer Fokus liegt in diesem Jahr auf der Konfrontation mit oder der Sichtbarmachung von Potenzialen und Gefahren der Nutzung von KI-Technologien in ästhetischen Kontexten.

Gesellschaft und Individuen erleben den digitalen Umbruch tagtäglich als Herausforderung: von algorithmisch gesteuerten Informationsströmen bis zu Maschinen, die Empathie zu simulieren scheinen. Was bedeutet Gemeinschaft, wenn öffentliche Debatten von Plattformlogiken geformt werden? Was bedeutet das Menschsein, wenn Kreativität zunehmend maschinell produziert wird? Und was bedeutet Theater, wenn künstliche Systeme selbst performativ agieren? Der Open Port Preis lädt junge Regisseur*innen und Dramaturg*innen ein, diese Fragen künstlerisch zu erforschen, zu erweitern und erfahrbar zu machen.

Die Jury

DANIELA GINTEN

DANIELA GINTEN

Die Kulturmanagerin und Künstlerin Daniela Ginten ist seit 2009 ist Geschäftsführerin der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste. Sie ist Gründerin, Leiterin und Kuratorin des PAD Performingarts & Digitalität Festivals, das seit 2020 biennal im RheinMain-Gebiet stattfindet. Ihr besonderes Interesse gilt neuen, auch digitalen Theaterformen.

MARCUS LOBBES

MARCUS LOBBES

Als Intendant der Dortmunder Akademie für Theater und Digitalität ist Marcus Lobbes lokal, überregional und international in Vortrags- und Diskursformaten gefragt; ein wichtiges Anliegen ist ihm die Bildung und Förderung verschiedenster Netzwerke für die Darstellende Kunst sowie die Vermittlung der künstlerischen Forschungen in Korrespondenz zu neuesten Technologien an Theater- und Ausbildungsinstitutionen, Politik und Publikum.
Seit 1995 arbeitet er als Regisseur, Ausstatter und Autor im Musik- und Sprechtheater und wird außerdem seit 2014 regelmäßig als Gastdozent an verschiedene renommierte Hochschulen und Universitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz eingeladen.
Foto ©Akademie für Theater und Digitalität

KRISTINA MALYSEVA

KRISTINA MALYSEVA

Kristina Malyseva ist Autorin, Dramaturgin und Regisseurin mit dem Schwerpunkt auf KI-basiertem Storytelling. Sie hat Dramaturgie an der Zürcher Hochschule der Künste studiert, war wissenschaftliche Mitarbeiterin im interdisziplinären Forschungsprojekt „The Answering Machine“ und Residentin an der Akademie für Theater und Digitalität Dortmund. Ihre Arbeiten waren u.a. am Schauspielhaus Graz und am Staatsschauspiel Nürnberg zu sehen. Sie ist Hausautorin an den Bühnen Bern und Dramaturgin am Luzerner Theater. Kristina gibt regelmäßig Workshops und Vorträge zum Thema „KI in den Angewandten Künsten“. 2024 erhielt sie den ersten, beim PAD-Festival verliehenen Open-Port-Preis für „Junge Regie 24“ für ihr Theaterstück Verwobene Welten - Myzel und die Sprache der Symbiose.
Foto ©Flo Force

LUKAS REHM

LUKAS REHM

Lukas Rehm (1989) ist Künstler und Musiker, der in den Bereichen Neue Medien, Installationskunst, Dokumentation, experimentelle Fiktion und (Musik-)Theater arbeitet. Seine künstlerischen Arbeiten untersuchen die Bedingungen und Theatralik sozialer Strukturen, die Auswirkungen (neuer) technologischer Artefakte sowie die Rolle des Affekts.

Seine Arbeiten wurden in Institutionen wie der Kunsthalle Baden-Baden, der Bundeskunsthalle Bonn, dem ZKM Karlsruhe, der Doclisboa Lissabon, dem GAMMA Festival St. Petersburg, P/////AKT Amsterdam oder dem Future Space New York präsentiert. Sein Musiktheaterstück CASTOR&&POLLUX für Raumklangsystem, Barockensemble und Bewegtbild wurde beim Heidelberger Frühling uraufgeführt. An der Staatsoper Stuttgart entwickelte er mehrere Filmprojekte sowie Performances im öffentlichen Raum. Als Videokünstler arbeitete er u.a. mit dem Volkstheater Wien, dem Staatstheater Darmstadt, dem Mecklenburgischen Staatstheater, dem Theater Münster und dem Lesya Ukrainka Theater in Kiew zusammen.
Foto ©Tatjana Stürmer

F. WIESEL

F. WIESEL

Unter dem Label F. Wiesel entwickeln Hanke Wilsmann und Jost von Harleßem mit wiederkehrenden Kollaborateur:innen seit 2011 Theaterproduktionen und Installationen. In ihren Arbeiten verbinden sie analoge und digitale Technologien. Ihre hypermedialen Erzählkosmen besiedeln Figuren und technische Apparaturen. Von 2023-2026 leiteten sie am Schauspielhaus Graz als Artists in Residence die Spielstätte Konsole als Labor für Digitalität im Theater und kuratieren fortlaufend DIGITHALIA - Festival für virtuelle Theaterformen Graz. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf künstlerischer Forschung zu digitalen Erzähl- und Theaterformen, sowie auf der Mitgestaltung von Transformationsprozessen künstlerischer und struktureller Prozesse. Ihre Theaterabende produzieren sie in der freien Szene sowie an verschieden Stadt- und Staatstheatern im deutschsprachigen Raum.
Foto ©Jacob Bussmann